Neues vom Prognosen-King

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Bold Huck

Spieltag 13. Argentinien kann nicht mehr ausscheiden. Laaaaangweilig. Nigeria, joa oder lieber Iran in der Gruppe F? Ach, was weiss denn ich. Die Gruppe E ist da ein bisschen aufregender, weil, da geht es ja um das Land in das wir alle unsere Einnahmen hinschaufeln, um dem Fiskus ein Schnippchen zu schlagen. Die Schweiz könnte noch weiterkommen, wenn sie gegen Honduras gewänne. Ich denke mal die Schweiz gewinnt gegen Honduras spektakulär mit 71:0. Vielleicht reicht auch ein Unentschieden, wenn Ecuador gegen Frankreich verliert. Frankreich kann ja auch nichts mehr falsch machen und ist quasi im Achtelfinale. Laaaaaangweilig. Immer diese Europäer, die eine Runde weiterkommen. Kicher. Die Schweiz und ihr überemotionaler Trainer Ottmar Hitzfeld, DAS Fußballland überhaupt. Ja, wer hat denn gegen Deutschland das erste Länderspiel bestritten? Ja, wer hat denn nach dem Weltkrieg (dem 2. und bestimmt auch nach dem 1.) gegen Deutschland gespielt, als alle Kinder (zu recht) nicht mit Deutschland spielen wollten? Das war die Schweiz. Und wo ist denn der Geist von Spiez zu Hause? Na, in Spiez. Das war jetzt einfach. Hier, aber ich kann jetzt gar nichts zur Schweiz sagen. Es ist mir so furchtbar egal. Mir ist so vieles an der WM egal. Es passiert irgendwas komisches, aber es scheint noch nicht so komisch zu sein wie die WM 2002. Es ist aber irgendwie alles total… nein, nicht langweilig… es ist so egal. Ja, wenn Deutschland jetzt Weltmeister würde, klar, da würde ich mich schon auch mal eine viertel Stunde freuen, aber was würde das mit mir tun? Was würde sich zwischen meiner Frau und mir ändern (Hoffentlich nix)? Was wäre am 14. Juli anders im Büro?

Ich habe meine erste Firma am Tag nach dem Finale 2002 gegründet. Es kütt mir vor, als wenn es vor 10.000 Jahren (gewesen) wär‘. Alles so egal. Und das ist verdammt nochmal Scheiße! Was ist geschehen? Ich glaube viel in mir ist ein gläsernes Kaninchen zerbrochen, als die WM 2022 nach Katar vergeben wurde. Da war ja wohl dem letzten Träumer klar, dass die Zeit von Uwe Seeler vorbei ist. Fußball ist kaputt. Völkische Überambitioniertheit und eine seltsame Führungsriege ganz oben, haben den Fußball kaputt gemacht. Drogba greift sich an den Sack. Diese WM ist irgendwas komisches, daraus resulitierendes. Es sind keine Fans mehr im Stadion. Keine richtigen Fans. Nur so Typen, die gar nicht wissen, wann sie jubeln sollen. Man kann sich ja auch keine Karten für bestimmtes Spiel kaufen. Man muss durch irgendwelche Gremien und dann wird gelost und geschoben, eh man sich die Begegnung Molwanien gegen Absurdistan anschauen darf. Ich kenne Typen, die haben am Vortag vom Finale 1990 zu mir gesagt, komm wir fahren nach Rom, vielleicht kriegen wir ja Karten. Da habe ich gesagt: “ Hahahaha! Ja, ihr Spinner. Fahrt schön mal alleine. Kein Mensch kriegt für dieses Spiel noch Karten.“ Und wer saß dann im Stadion und hat sich das Finale Deutschland gegen Argentinien angeschaut? Ich jedenfalls nicht. >:- (

Ich hasse Fußball.

Ich habe geträumt, ich wäre Pizza Sofia Loren essen mit Ralf E. Weber

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Bold Huck

Ich hab mal nachgerechnet. Wenn England gegen Costa Rica mit 251:0 gewänne und gleichzeitig rückwirkend Uruguay die beiden Tore vom 19. Juni abgezogen bekämen, dann wäre England eine Runde weiter und würde demnach auch Weltmeister, wie ich und meine Prognose es schon seit dem 2. Februar 1975 vorausgesagt haben. Wollen wir also mal hoffen, dass ein bisschen Gerechtigkeit ins kalte Fußballbusiness einkehrt.

Also es ist ja immer ein bisschen gemein, ständig auf den Italienern rumzuhacken. Vor allen Dingen, wo ich mir eine gemeinsame Zukunft mit meiner lieben Frau in der Emilia-Romagna vorstellen könnte und ich auch weiterhin gerne ein Fahrzeug aus Italien fahren möchte, wenn man mich lässt. Ich finde italienische Lebensmittel 1A und italienische Schlager, nun ja. Dafür aber italienisches Design und italienische Architektur und italienische Motorroller aus den 60er Jahren finde ich auch allesamt knork-o-mat. Wussten Sie, dass Helmut Kohl als Halbstarker mal eine Lambretta gefahren hat, der alte Mod?! Das lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Da möchte man seine alte Kutte im Garten verbrennen. Wenn das Jimmy Cooper, die alte Schlaufkrause wüsste. Es hätte seinen Bock gleich zu Anfang des Filmes von der Klippe geschmissen. Sagt man eigentlich zum Motorroller auch Bock oder bleibt das den Rockersleut‘ vorbehalten, ihre Maschinen so zu nennen?

So. Auf jeden Fall möchte ich, ja ich sehne mich, einbenommen des Bewusstseins, dass ich sehr liebe italienische und quasi gar keine uruguayanischen Freunde besitze (Besitz!!!), dass Italien verliert und zwar aus Rache, für alles was sie mir ganz persönlich angetan haben, die Italiener. Das mit 2006 hätte echt nicht sein müssen. Da hätte man auch mal ein Auge zudrücken können. Ich war so im Freudentaumel. All die bunten Menschen auf der Straße, das schöne Wetter und wie Schäuble es hingekriegt hat, dass man fast keine Panzer auf der Straße gesehen hat, da hätte man Weltmeister werden müssen. Das hat man sich verdient. Aber der Italiener musste sich ja wieder vordrängeln. Aber dann denke ich, was soll ich denn mit Uruguay in der nächsten Runde? Ich weiß gar nicht wo das liegt, ich war doch nie dort und wenn mich nicht alles täuscht, fahre ich da auch nie hin. Ich meine, ich gönne den Uruguayern ja alles Glück der Welt, aber ich fahre doch nicht wochenlang mit einem Schiff über den unsicheren Atlantik um schließlich im Hafen einer Stadt namens Montevideo zu landen. Video… das ist doch auch eher so Achtziger. Also ich bin für Italien. Was haben die Römer nicht alles für uns getan?! Sie haben uns den Wein gebracht und wir haben ihn in Tetra Paks gefüllt. Sie haben uns den Wein gebracht und ich habe Cola drauf gegossen. Sie haben uns gefüllte Schweinefüße gebracht. Ossobuco, Saltimbocca, Mortadella, Lardo (HEULKRAMPF), Fiore, Pecorino, Stracciatella di bufala, Kinder Schokolade, Pizza Sofia Loren. Großartig. Und die italienische Parmaindustrie hat schließlich den Schinken erfunden. Ja, dafür muss man die doch lieben. Ich bin für Italien. Plötzlich und unerwartet. Und weil ich es so liebe und weil ja doch der Balotelli und der Pirlo da sind und weil, ach scheißen wir doch auf die Sache mit 2006 und 2012 und 1982 und 1970. Italien gewinnt nach 0:3 Rückstand noch 5:3 durch Tore von Balotelli (1:3, 2:3), Pirlo (Elfmeter), Ciro Immobile (4:3, 5:3) und Diego Forlán sieht aus wie ein vier Tage alter Luftballon. Das mit dem vier Tage alten Luftballon habe ich dem @freval geklaut. Geben Sie bitte den einen Silberlöffel, den Sie 1979 Ihrer Großmutter geklaut haben, bei der Pfandleihe ab und setzen Sie alles auf Sieg.

(Und damit Sie auch mal was aus meinem Leben erfahren, hier ein Bericht von Frederic Valin, bei dem ich nie weiß wo die Striche über dem e hingehören, deshalb lasse ich sie einfach weg, über den Bolzplatz, auf dem ich mir mehrere Schürfwunden am Leib zugezogen habe und wo ich am 16. Mai 1992 italienischen Wein trank um das Spiel des 34. Spieltages, Hansa Rostock gegen Eintracht Frankfurt, zu vergessen. Der weinende Ralf Weber hat damals viel kaputt gemacht in mir.)

Adeus brazilein, ou assim

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Bold Huck

Ich mach’s kurz. Brasilien verliert heute Abend gegen Kamerun mit 8:0. Die Geister von Volker Finke, Otto Pfister Oscar Niemeyer und Winfried Schäfer vereinen sich und bohren sich in der 21. Spielminute wie so ein heiliger Geist in die Kameruner Spieler deep hinein. Die Manni-Kaltz-Bananenflanke, der Klaus Fischer’sche Fallrückzieher und andere Kopfballungeheuerlichkeiten geschehen auf dem Platz, dass den Brasilianern Hören und Sehen vergeht. Es bricht allgemeine Begeisterung aus. Kamerun befreit ganz Brasilien von dem unsäglichen Druck Weltmeister werden zu müssen, schmeißt Brasilien in der Vorrunde raus und ganz Brasilien sieht ein, dass ein guter Gastgeber zu sein, viel mehr die Herzen erwähnt, als eine Weltmeisterschaft. Ganz Brasilia wird strahlen und leuchten, die verdörten Wiesen werden in zartem brasilianschem Grün erstrahlen, die Brunnen fließen, die Kirchen bimmeln, der Regenwald wächst wieder, der VW-Käfer wird wieder gebaut, alle werden satt, Flip Flops werden verboten, das Volk tanzt. Alles ist so, wie sich die Architekten von Brasilia und ich uns das immer gewünscht haben. Lassen Sie also alles stehen und liegen, treten Sie Ihrem Chef in den Hintern, schlachten Sie Ihr Sparschwein, kündigen Sie Ihre Lebensversicherung, scheißen Sie auf Ihre Rentenansprüche und setzen Sie alles auf ein 8:0 in der Begegnung Kamerun vs. Brasilien. Sie werden es ggfl., eventuell, vielleicht, ganz bestimmt, wahrscheinlich, wirklich, meines Erachtens… nicht bereuen. Oder so.

 

Maggi Fix für Achtelfinalteilnahmen

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Bold Huck

Jetzt habe ich so lange „Desert Car Kings – Traumautos im Wüstensand“ auf DMAX geschaut, dass mir fast sogar ein bisschen schlecht ist. Ich glaube 78% aller Menschen, die in diesem Fernsehbeitrag durch die Kamera liefen, hatten eine Waffe dabei.

Mir ist immer noch schlecht. Kennen Sie den Satz „Ich habe noch eine halbe Tüte Chips im Schrank.“? Ich nicht. Letzte Woche war ich ja noch der Meinung, dass Deutschland (ich hasse diese Fliege, die mir soeben in den Mund geflogen ist) gegen Ghana verlieren sollte. Jetzt aber denke ich, sie sollten das Spiel lieber gewinnen. Der Ghaneser (es heißt übrigens Ghanaer) hat das Nachsehen. Aber womöglich hätten wir ansonsten kommende Woche so eine Endspielsituation mit Jürgen Klinsmanns Mannen und da wäre ich gar nicht so für. Orrr, dann würde er seine Mannschaft wieder kaputt motivieren und seine Adern träten aus seinem Hals, wie bei so einem Grillhähnchen und er würde schwitzen, wie die Ricola-Finnen in einer Sauna in Zürich. Und am Ende würden sich die glorygloryhallelujaseienden US-Boys auf irgendwelche Tugenden und Wurzeln besinnen und ach… das möchte man doch auch nicht. Man möchte doch nicht gegen die USA ausscheiden. Man möchte ja auch nicht von einem Putzlappen verprügelt werden.

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal ein begeisterndes WM-Fußballspiel einer afrikanischen Mannschaft ohne Beteiligung von Roger Milla gesehen hätte. Man muss da schon Africa Cup kukken. Ja, und den Rest an Kampfgeist und Spiefreude haben dann Winfried Schäfer und Berti Vogts dem Kontinent genommen. Müssen Sie auch immer lachen, wenn Sie an das Trainergespann Berti Vogts, Thomas Häßler und Uli Stein denken? Nein? Ich auch nicht. Während Hans-Hubert Vogts und Uli Stein die ganze Zeit beleidigt in einer Eisdiele in Abuja rumhingen und über die Pünktlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs lästerten, lag Thomas Häßler alleine auf seinem Bett unter einem Fliegennetz und hörte auf einem alten TPS-L2-Walkman mit leierndem Laufwerk Melodie Rock-Sampler seines eigenen Melodie Rock-Label. Ich sehe blühende Landschaften. Und übrigens geht es jetzt um Ghana und nicht um Nigeria. Da denkt der dauerleidende Eintracht Frankfurt-Fan (also ich jetzt) natürlich gleich an vergangene Zeiten, als Anthony Yeboah in 123 Spielen für die Eintracht, 68 Tore geschossen hat, wie so ein Gerd Müller. Was war das schön. Ich muss gleich heulen. Ich glaube ja, dass Kevin-Prince Boateng nicht richtig mitspielen darf, weil er, statt sich gefühlsmäßig ins Mannschaftsgefüge einzufügen, lieber alleine rechts hinten in der Ecke sitzt und auf seinem iPod Melodie Rock hört. Das kommt quasi nicht gut an bei Kwasi Appiah. Weil, so toll ist der auch wieder nicht, denkt der sich und wie er dem Ballack damals die Chance nahm sein 197. Finale in Folge zu verlieren, das war schon arg. Das fand Kwasi Appiah, damals noch ein kleiner Junge, der in einem Beamtenviertel am Fuße des Mount Afadjato vor seinem TV-Gerät den Vorgang genau verfolgte, sich weinend in seiner Michael Ballack-Bettwäsche wälzend schwor, dass er es dem Boateng eines Tages heimzahlen würde. Am 21. Juni 2014 war es soweit. Kevin-Prince Boateng spielt von der ersten Minute mit, verwechselt sich mit seinem eigenen Bruder und schießt 7 von 24 Toren für Deutschland zum 24:23. Anschließend setzt er sich in einen bereits bereitstehenden Bus, fährt nach Karlsruhe, nimmt mit dem bereits händereibend wartenden Icke Häßler das Melodie Rock-Album „It’s a little bit funny, wobei die Betonung auf little liegt“ auf und kauft sich von seinem Honorar eine Texasbar in Karlsruhe-Durlach. Bitte setzen Sie jetzt auf 24:23 für Deutschland.

 

Italien und Costa Rica

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Früher kannte ich Costa Rica nur im Rahmen eines kaffeeartigen Getränks mit dem Namen Costa-Rica-Kenia-Blend und ich kannte Costa Cordalis. Und dann schaute ich mir 1982 das Weltmeisterschaftsfinale Deutschland vs. Italien an, das Deutschland 1:3 verlor, weil… ach lassen wir das. (HEULKRAMPF). Anschließend fuhren mein Kumpel Matthias und ich mit unseren Seifenkisten runter nach Schierstein zum Benito, wo es gratis Pizza und Wein aus meterhohen gezwirbelten Chianti-Korbflaschen gab. Pizza war das Größte was es auf der Welt gibt und so schloss ich meinen Frieden. Mit wem verrate ich erst nächste Woche, wenn England Weltmeister ist. Es war ein ausgelassenes Fest und rutschten gut gelaunt auf einer Lache aus Chianti mit Champignons aus und brachen uns fröhlich sämtliche Knochen. So habe ich es jahrelang erzählt und ich war mir sicher, dass es genau so war, bis ich vor einigen Wochen entsetzt einer einschlägigen Gazette entnahm, dass die Pizzeria Da Benito erst Jahre nach dem WM-Finale von 1982 eröffnete. Ein Schock wie ein Nahtoderlebnis. Ein Riss im Raum/Zeit-Kontinuum? Eine irre Annahme? Wollte ich nur auf mich aufmerksam machen? Die Frage wird für immer unbeantwortet bleiben. Ich möchte nicht darüber reden. Ich hätte nie davon erzählen dürfen. Ich geisteskranker Spinner. Doch jetzt steht es da, in Stein gemeiselt, für immer. Das Internet vergisst nie.

Italien finde ich ansonsten schon auch knorke, so wie ich jedes Land der Welt erstmal knorke finde, aber Italien schon noch ein bisschen knorker. Vielleicht so knorke wie Frankreich, England, Schottland, Wales, Nordirland, Irland, Island, Norwegen, Kongo, Japan, Mexico, Argentinien, Andorra, San Marino und Österreich. Ich fahre sogar ein italienisches Auto. Es verfügt über ein Automatikgetriebe, hat aber zusätzlich am Lenkrad eine Schaltung, wie so ein Rennauto. Es schluckt sehr wenig Dieselkraftstoff und jedes Fenster ist mittels eines Knöpfchens hinauf- und hinabfahrbar. Man kann das Auto mit dem Schlüssel öffnen. Außerdem versorgen Lautsprecher des italienischen Schlagerstars Doktor André Romell Young mich und meine Mitmenschen im Umkreis von 300 Kilometern mit Rap-Musik. Ich bin hinlänglich zufrieden. Ich kann den Italienern, mal abgesehen von Benito Mussolini und Silvio Berlusconi, nicht viel vorwerfen. Außer vielleicht, dieses Finale 1982 und 78 weitere Fußballspiele ähnlicher Natur.

Italien verliert natürlich, sie haben es längst geahnt, gegen die Costa-ricanische Fußballnationalmannschaft mit 0:1. Das Spiel läuft zäh wie der Käse der Nr. 17 Tirreno  mit extra Sardellen, bis in der 93. Spielminute und 20 Sekunden vor Apfiff der Dingsbumms das runde Leder ins linke obere Eck semmelt. Im ganzen Land mit dem Fluss namens Po (Kicher!) läuten die Glocken, die Pizza „Schande von Recife“ wird erfunden, Lambrusco und Cola verbinden sich zu einer verheißungsvollen Einheit, irgendwas mit Totò Schillaci, Massenhysterie. Boah, bin ich müde. Aber ich muss ja hier über Fußball schreiben und außerdem spielen gerade Urus gegen die Englies. Es steht 1:0, ich möchte nicht sagen für wen. Wenn man die Augen zusammenpetzt und die Ohren auf Durchzug stellt, könnte man meinen es spielt Argentinien gegen Deutschland, wobei das ja unrealistisch wäre, weil, dann stünde es ja jetzt schon 4:0. Und zwar für England, das nächste Woche Weltmeister wird.

K-ENGURU

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Jetzt muss ich wieder. Ich hatte gestern keine Zeit. Ich hoffe Frau Popinga konnte noch jemals ins Bett gehen. Ich zerbreche noch an diesem Druck, doch leider, leider muss ich sehr, sehr hart arbeiten. So hart wie es ein Designfuzzi nur kann. Ist man als Designfuzzi nicht gleichzeitig auch Medienfuzzi? Das habe ich nicht gewollt. Ach, es ist doch auch scheißegal was ich wollte.

England gegen Uruguay. Zu meiner Zeit, also zu der Zeit, da ich noch jung und unverbraucht war, bedeutete das: Kick & Rush vs. Kick & Kick. Die Uruguayaner galten aus irgendwelchen Gründen, als miese Hackertruppe, die einzig und alleine zum Zwecke der Butgrätsche den Platz betrat. Ich habe vergessen warum. Jeder hat seinen Platz in der Geschichte. Deutschland fährt mit Panzern und Pickelhaube auf den Platz, die Franzosen sind gute Liebhaber und der Pole ist faul. Für die Urus lief es mal anders. 1924 und 1928, damals war die Goldmedaille bei olympischen Spielen das Größte was man als Mensch, außer vielleicht der Mondlandung und/oder John Lennon zu sein, erreichen konnte, da spielte ein gewisser Herr José Leandro Andrade groß auf und wurde aufgrund seiner langjährigen Mitgliedschaft bei der CDU „Das Schwarze Wunder“ genannt. Anschließend, nachdem Jules Rimet endlich die Weltmeisterschaft erfunden hatte, wurde Uruguay Weltmeister, nahm 1934 und 1938 aber beleidigt nicht mehr an der Weltmeisterschaftsendrunde teil und wurde dann 1950 ebenso beleidigt wieder Weltmeister, aber auch nur weil Deutschland (zu recht) nicht mitspielen durfte. Danach wurde es ruhig um das Land und man trat für die Rechte des Schabrackentapirs ein, der Uruguay in den kommenden Jahrzehnten zu enormen Reichtum verhelfen sollte. Zeitweise lebten in Uruguay mehr als 700 Milliarden Tapire. Der Tapir trat meist in großen Herden an, die jährlich Ausscheidungen von 700 Billiarden Tonnen hinterließen. Um der Lage Herr zu werden, entwickelte der Urugayese eine Strategie, die dem Tapir das Tapirblut in den Tapiradern gefriereren ließ. Schon 1951 feierte nämlich der erste McTapir in Montevideo feierliche Urständ. Seine Eingangstüren waren über und über mit Tapiren besetzt, in den Fritteusen wurde mit Trappistentapiröl frittiert. In kurzer Zeit gab es in fast jedem Land große Tapirbratereien und sogar in Moskau eröffnete 1987 die erste von inzwischen über 300 moskowitischen Tapirbratereien. Der Boom hielt an, bis 2001 weltweit die Tapirblase platzte und binnen weniger Wochen sämtliche Tapirbratereien von McDonalds aufgekauft und an Griechenland verscherbelt wurden. Uruguay war am Ende. Doch das Ende hielt nur kurz an, denn schon am 11. November 2002 besannen sich die Uruguayer wieder auf das was sie am Besten können: Das Blasen von Bimmeln für Eiswagen.

Uruguay hat dennoch heutzutage keine Chance mehr gegen England, seit Michel Houellebecq für die sogenannten Inselaffen mitspielt. Ich glaube das muss jedem klar sein. Ja klar, das weiß der Uruguayer ja auch. Da hat er keine Chance. So leid es mir auch tut. England gewinnt 1:0 durch drei Tore von Daniel Sturridge. Wie dieser auf den ersten Blick paradoxe Umstand zu erklären ist, erfahren Sie nächste Woche, wenn England Weltmeister ist.

Tulpen aus Spananien

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Bold Huck

Hui. Wir schauen gerade Brasiu vs. Meschiko. Meschiko ist der Ängstgeeschner der Brasiuaner. Aber ach. Es steht 0:0. „Für wen?“

Aber nun habe ich meine Deutschlandsocken wieder eingepackt, meine Deutschlandhose ausgezogen, meine Deutschlandleberwurst ins Gefrierfachgesteckt, meine Deutschlandtulpen in den Müll geworfen und die Deutschlandfadosängerin ausbezahlt und nach Hause geschickt. Der Rausch, in dem ich mich ja jedesmal befinde, wenn das Deutschland gewinnt, ist schier unermesslich. Ich träume oft von Weltbeherrschung, aber auch von Körperbeherrschung. Die Ungarn sollen sich ja wegen der Final-Niederlage 1954 zwei Jahre in der Schockstarre befunden haben und haben dann 1956 den gleichnamigen Aufstand angezettelt. Was so eine WM auslösen kann. Wenn Deutschland Weltmeister wird, raste ich aus. Das wird mein ganzes Leben verändern. Wenn sie in der Vorrunde ausscheiden (ausscheiden… hihihi) raste ich aus, weil, das wird mein ganzes Leben verändern. Es ist ganz gleich, was passiert, es wird mein (ganzes) Leben verändern. Ich raste aus. Dass der Müller auch noch Müller heißt. Klasse gemacht vom Schicksal. Es steht immer noch 0:0 für Mexiko. Und dem Neymar schmeißen sie jetzt schon zwei Bälle zur Ecke hin. Denen ist auch jedes Mittel recht. Was wohl Joseph Blatter gerade macht? Ich muss immer lachen, wenn ich daran denke, dass der ja Schweizer ist. Der Beckenbauer war ja bei der WM im „eigenen“ Land bei jedem Spiel zugegen. Hab ich gelesen, in der „Neue Spezial“. Zum Teil auch gleichzeitig. Das schafft der Blatter nie. Ob der sich überhaupt für Fußball interessiert? Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Es kann natürlich sein, aber vorstellen kann ich es mir nicht.

Es gibt einen Film, welcher heißt „The Final Kick“. In dem Film werden Menschen aus 40 Ländern dabei gefilmt wie sie sich das WM-Finale Brasilien vs. Italien, im Jahre 1994 anschauen. Die Leute werden dabei gezeigt, wie sie sich darauf vorbereiten, also Fernsehgerät aufstellen, Schnaps, Bier, Wein, Wodka und Salzstangen bereitstellen und dann das Spiel schauen. Ich glaube in diesem Film wird ein bisschen deutlich wie ein Spiel die Leute fasziniert und wie weltweit und Kulturen übergreifend die Gesten und Geräusche, die Reaktionen und die Liebe und aber auch die Trauer gleichermaßen funktioniert und ebenso ähnlich ausschaut. So, als seien alle Menschen gleich und alle stammen vom selben Affen ab. Brasilien liegt gegen freche Mexikaner immer noch 0:0 zurück. 

Ach so ja, die Realität hat mich wieder. Chile gegen Spanien. Da tipp ich mal auf den Tabellenzweiten im Spiel gegen den Tabellenletzten. Chile gewinnt 8:3. Die Chilenen spielen im Strafraum der Spanier Schwarzwald-Fußball und zwischen durch köpfen Alexis Sánchez und Eduardo Vargas abwechselnd die Bälle ins Tor des verduzten Pepe Reina, der mit Sergio Ramos auf der Torlinie Mau Mau spielt. Woher die drei Tore für Spanien kommen, weiß der Deibel. Fußball spielen konnten die Spanier ja noch nie und es steht immer noch 0:0 in der Begenung Brasilien vs. Mexiko. Da wird heute nacht sicher viel geweint, in Mexiko und in Brasilien. Das Spiel ist vorbei. Da wird heute nacht sicher viel geweint in Brasilien.

 

Atomium d’amore

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Bold Huck

Wie ich Twitter entnehmen konnte, hat heute Nazideutschland gegen Portugal gewonnen. Man könnte mal erwähnen, wie das so ist, wenn man seine Leidenschaft einfach nicht fanatischen, nationalistischen Arschlöchern überlassen und sich genauso wenig über ein und den selben Kamm mit diesen Arschgeigen scheren lassen will. Es wurde viel gepöbelt und politisch eingeordnet. Ich heiße ja längst nicht alles gut, was Fußballfans so alles veranstalten um Gehör zu finden. Aber irgendwie. Einer war der Ansicht, dass Leute die, auch aus mir unerfindlichen Gründen und zum Anlass einer Begegnungsgewinnung in ihrem Sinne, mit Böllern böllern, die Böller in der Hand explodieren sollten. Ich, der Böller als eine der unsinnigisten und am verboten gehörendsten Erfindungen der Gegenwart hält, würde dennoch vielleicht und eventuell auch zu recht, solcherlei gewaltsorieniertes Deppengewünsche in die Kategorie gewaltorientiertes Deppengewünsche einordnen und das tue ich hiermit auch entschieden. Aber das soll dann gesunder Menschenverstand sein. Es stirbt halt nie aus, das Gedumme. Schade nur, dass es von der theoretisch gutgemeinten Seite oft ähnlich dummt, wie von der von vorne herein eher nicht so wirklich optimal gedacht und gemachten Abteilung der Kackdenker in Farbe und Form.

ABER

Nun möchte ich mich aber hier wieder und unermüdlich, der von meiner geliebten Frau angezettelten Idee, meinem gnadenlosen Fußballauskennertum freien Lauf zu lassen und mich über ein ausgewähltes Spiel von morgen in unerbittlicher, nostradamusesker Weise zu nähern. Belgien gegen Algerien. Da Belgien ja Weltmeister wird (abgesehen davon, dass Deutschland natürlich Weltmeister wird, wenn nicht England Weltmeister wird) wird Belgien erstmal gegen Algerien verlieren. Damit die aufwachen, die Belgier. Damit die sich in einer Geist von Spiezmäßigen Situation zusammenraufen und dann wie Phönix aus der Asche dem Restprogramm zeigen, wo der Barthel das Trappistenbier holt. Die Algerier gewinnen 5:0. Nicht zuletzt weil die Algerier Spieler wie… äh… in ihren Reihen… (tapp tapp tapp tapp tapp blamm wegfahrgeräusch).

Geld schießt keine Tore. Und weil ja die Herren um Kevin De Bruyne, Vincent Kompany und Daniel Van Buyten schon auch mit den Temperaturen nicht zurecht kommen, weil… na weil es halt Belgier sind, die ja in Belgien wohnen, wo es von morgens bis abends regnet. Das kennt man ja aus diversen Comics. Aber dann, wie weiland die Pommes- und Burgeressenden Dänen die Europameisterschaft 1992 von hinten aufgerollt haben, werden die noch pommesessenderen Belgier ebenso dies in einer Art und Weise tun, dass einem Hören, Sehen sowie das der Geruchssinn vergeht. Dies alles kann ich sagen, weil der eigentlich Checker der Fußballberichterstattung Fred Valin sich dafür entschieden hat, ein paar Tage der Fußballberichterstattung fernzubleiben. Endlich: Weltherrschaft! Denn: Egal wie ich ein Spiel sehe, wie ich es voraussage, wen ich gut oder schlecht finde, wo ich ein Talent sehe oder wo ich felsenfester Überzeugung bin, dass ich jetzt aber wirklich, voll überlegt und mit extrem viel Ahnung einen Sachtatbestand erkannt haben will, Frédéric Valin behauptet das Gegenteil. Das kann er auch, weil er alles über den Fußball weiß, während ich eine arme Stadiobratwurst bin, die kurz vor dem Anpfiff aus der Senfpappe in den Sand gefallen ist und nun von einem zufällig vorbeistreunden Hund mit der feuchten Nase vor sich her geschubst wird. Aber diesmal weiß ich bescheider als er. Diesmal habe ich die Nase vorner. Diesmal wird alles genauso kommen, wie ich es voraussage. Algerien wird gegen Belgien 5:0 gewinnen und zwar durch fünf Eigentore des in der 65. Minute eingewechselten Axel Witsel.

Und nun legen Sie sich im Schlafsack vor ihr lokales Wettbüro, warten bis es öffnet und setzen Sie mindestens einen Monatslohn und Ihr Ferienhaus auf Saltkrokan auf alles was ich gesagt habe.

Es geht los

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Bold Huck

Nun, ich bin natürlich, und dies aus mir gar nicht mal so nachvollziehbaren Gründen, für Deutschland. Ich kann da nichts dafür. Die Mannschaftsaufstellung aus dem eigenen Land, befeuert durch die Medienberichte, kann man ja oft auch frei runterbeten, weiss, welches Knie, was für eine interessante Desolation sein eigen nennt und ist immer informiert, wenn Uwe Podolski Dinge sagt, die ich nicht verstehe. Ja, gut. Ich freue mich auch, dass die deutsche Nationalmannschaft inzwischen nicht nur aus einem Haufen dreinhackender Prols besteht. Man hat das Gefühl, dass (fast) alle irgendwie inzwischen irgendein Abitur in der Tasche haben und sie spielen ja auch anderen und, naja, besseren Fußball. Schon. Muss man ja sagen. Doch leider ist gerade der große Defaitismus ausgebrochen. Ich höre nur Gejammer über das vorzeitige Ausscheiden in der Vorrunde, bzw. nach dem der Vorrunde, am Ende der Vorrunde Dann wäre es aber ja auch nicht vorzeitig. Vorzeitig wäre, wenn die Mannschaft während oder gar vor der Vorrunde ausscheiden würde. Dafür hätte ich dann aber auch wirklich kein Verständnis. Und ich höre mir an, eventuell nationalistisch zu sein, weil ich für, wie soll man es auch ausdrücken, ‚Deutschland‘ bin. Also, ich bin ja nicht für Deutschland in der Welt und als solches, sondern im Rahmen einer oder diverser Länderspielbegnungen dann für die eine Mannschaft, die sich überwiegend aus hier im Land lebenden, sich diesem Land irgendwie zugehörigen Typen rekrutiert, die in einem weissen Trikot, das mit mal mehr oder weniger hässlichen Applikationen versehen wurde, spielen. Ich weiss, dass im Namen dieses Landes eine Menge Kackscheiße veranstaltet wurde und, in zwar deutlich geringerem Rahmen, immer noch veranstaltet wird. Ich weiss es wahrscheinlich besser als diese kleinen Arschlochtwitterer, die sich in ihrer Behaglichkeitsverweigerungswelt aus Fungründen ein Hobby suchen müssen, damit sie ein bisschen mehr Leid erfahren dürfen, als, dass der Schnürsenkel auf dem Weg zum Soja-Latte-Etablissement aufgeht. >:- (

Sollte Joachim Löw in der Lage sein, Spiele zu lesen und mit modernen Mitteln auf die Gepflogenheiten des Gegners zu reagieren, müsste es mit den Mitteln aus den eigenen Reihen durchaus möglich sein, Christiano Ronaldo kalt zu stellen und zugleich die anderen zehn Typen aus dem wunderbaren Portugal, die ja nun mal auch, zur Überraschung vieler, auf dem Platz rumlümmeln im Zaume zu halten. Ich halte die deutschen Typen für durchaus stärker und zusammengefügter, als Team und auch im Einzelnen. Aber bei Löw hat man oft as Gefühl, dass er das macht, was er machen will und nicht das was nötig ist. Dabei verliert man oft den Überblick, woher seine Überzeugungen kommen könnten. Oft denkt man, die, die jetzt auf dem Platz stehen, hätten auch vom legendären Trainergespann Ribbeck/Stielike nicht schlechter verwaltet werden können. Die Existenz dieser Qualitäten ist ja eher der guten Jugendarbeit in den Vereinen zu verdanken. Glaube ich. So halt. Ich weiss es ja nicht. Ich kann es nur erahnen. Wahrscheinlich ist das so.

Aber wenigstens sieht Joachim Löw besser aus als Hans-Hubert Vogts, Rudi Völler und Jürgen Klinsmann, nicht jedoch besser als Erich Ribbeck. Da wollen wir doch mal die Kirsche am Kirschbaum lassen. Und außerdem zieht er sich ordentlich an und er trägt die Frisur von George Harrison aus den Jahren 1963-1965 auf. Alles Aspekte, die für Joachim Löw sprechen, der ja im Sommer von Thomas Tuchel abgelöst wird. Darauf bestehe ich als Seher und Sportwissenschaftler.

Also, wenn nur mal einer von den gemütlichen Jungs ein bisschen chefiger wäre, ein bisschen so, als ginge es um alles, wenn es denn um alles geht. Einer oder zwei mit ein bisschen Biss, wenn die Mannschaft mal zurückliegt und das dann auch mit lautem Geschrei und wilden Gesten untermauert, dann würde ich sagen, das kriegen die Jungs hin und eventuell ist es ja gar nicht schlecht, wenn sie nicht schon im Achtelfinale auf Belgien treffen würden, sondern erst im Finale. Also vielleicht könnten sie ja ihr Spiel gegen Portugal gewinnen und dann gegen Ghana verlieren, weil, ach Ghana hat’s doch auch mal verdient. Gerade der sehr sympathische Kevin-Prince Boateng, der ja während der Fahrt im Mannschaftsbus lieber Gangster-Rap hört, als mit seinen Kollegen zu trommeln und zu tanzen, wie es der Afrikaner nun mal so macht. Ich jedenfalls glaube, es wäre das Beste für alle Beteiligten, wenn Deutschland am Montag gegen Portugal 4:2 gewinnt und dann gegen Ghana verliert, um wieder auf den Teppich zu kommen. Also 4:2. Der Müller schießt in der 9. und in der 12. Minute das 1:0 und das 2:0. Dann wird es langweilig bis zur 67. Minute, da steht nämlich Hugo Almeida nasepopelnd vorm deutschen Tor herum und bekommt von Fábio Coentrão den Ball auf den Kopf geschossen, von wo er dann durch die Beine von Roman Weidenfeller kullert – 2:1. Und dann, 87. Minute, Lothar Matthäus taucht gerade mit einem 3-Liter-Weißbier-Humpen an der Seitenlinie auf, trifft Christiano Ronaldo in alter Kontermanier zum 2:2. Großes Entsetzen, lange Gesichter. 4 Minuten Nachspielzeit wegen des umfangreichen Jubels von Ronaldo nach seinem Tor. 122. Minute Philipp Lahm hat die Faxen dicke und verlängert einen Einwurf von Bastian Schweinsteiger an der Mittellinie mit einem augenthaleresken Strahl direkt ins Tor der Portugiesen. Und weil jetzt die eine Seite beleidigt ist, die andere immer noch feiert, drückt Miroslav Klose seine Kippe aus, joggt lässig rüber zum Kasten von Eduardo und zieht ihm aus 14 Meter Entfernung einen Scheitel zum 4:2 Endstand. Bitte denken Sie an meine Worte, am Montag Abend um 19:49 Uhr.

Gerd-Rubenbauer-Stadion

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Bold Huck

Die Argentinier dürfen natürlich wieder im Estádio Jornalista Mário Filho spielen. Das Stadion wurde nach einem brasilianischen Sportjournalisten benannt. Ich kann mir ein Gerd-Rubenbauer-Stadion hierzulande nur schwer vorstellen. Eine Béla-Réthy-Arena hingegen schon. Nein, auch nicht. Die Brasilianer auch nicht, drum nennen sie ihr Wembley Maracanã. Und hier werden also die Argentinier gegen Bosnien-Herzegowina verlieren. Man sollte sich in Erinnerung rufen, dass Edin Džeko nur unwesentlich weniger Länderspieltore geschossen hat, als Lionel Richie, der für seine 38 Tore 24 Spiel mehr brauchte als Edin Džeko für seine 35. Und das sagt, glaube ich, alles aus. Alles. Also die Bosnisch-herzegowinische Nationalmannschaft gewinnt 2:1. Darauf sollten Sie wetten. Ich weiss Bescheid.

Ja und wenn der Ottmar Hitzfeld, der Trainer der Schweiz schon dauernd „Ecuator“ sagt, dann sage ich mal voraus, dass das nichts wird mit einem guten WM-Auftakt der Schweiz gegen Ecuator, weil Ecuator mehr Tore schießt als die Vollproffies aus der Schweiz. Ja und Frankreich gegen Honduras. Puh. Joa, der blonde Engel würde jetzt wieder Bescheid wissen, aber ich, ich muss doch das ganze Jahr immer so viel arbeiten, dass mir gar keine Zeit bleibt, mich über Manschaften wie Honduras oder Frankreich zu informieren. Spielen Lilian Thuram und Zinédine Zidane eigentlich noch für Frankreich? hh hh h.

Jetzt geht das Spiel dr Schweizer gegen Ecuador gleich los. Ich muss das jetzt hier beenden. Gleich also Spieltag 5. Moment. Gleich. Ich beeil mi